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Führerschein weg, was tun?

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Professionellen Beistand gibt die MPU-Beratung der Caritas Ahrweiler
Die Zahl der Verkehrstoten hat sich von 11.300 Opfern im Jahr 1991 auf den letztjährigen Tiefststand mit 3.206 Toten abgesenkt, eine positive Entwicklung, die von keinem anderen EU-Land übertroffen wird. Was aber sind die Gründe dafür? Alkohol und Drogen am Steuer zählen nach wie vor zu den Hauptunfallursachen. Und hier hat sich in Deutschland ein System entwickelt, dass diese Hauptursache erfolgreich an der Wurzel bekämpft und so hilft die Zahl der Unfälle nachhaltig zu vermindern. Nach einer Alkoholfahrt mit über 1,6 Promille oder wiederholten Alkoholfahrten bekommt man nach Ablauf der Sperrfrist nicht automatisch seinen Führerschein zurück.

Das Team der Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle der Caritas Ahrweiler. / Foto: E.T. Müller

Hier will die Führerscheinstelle erst durch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) prüfen lassen, ob sich beim Trunkenheitsfahrer bzw. beim Konsumenten illegaler Drogen eine stabile Änderung der Einstellung und des Verhaltens ergeben haben. Gerd Aehnlich von der Psychosozialen Beratungs- und Behandlungsstelle der Caritas Ahrweiler: „Sind aber Suchtmittel im Spiel, wird man aus dem Schaden nicht so schnell klug. Vorsätze sind schnell gefasst, aber eine wirklich dauerhafte Veränderung der Persönlichkeit setzt in der Regel einen mühsamen und langwierigen Lernprozess voraus.“ Hier leistet die Caritas in Ahrweiler mit ihrer Suchtberatungsstelle einen wichtigen Beitrag.
Wer regelmäßig Zeit und Geld in Rauscherleben steckt, hat auch immer einen triftigen oft unbewussten Grund dazu. „Alkohol und andere Rauschmittel können vieles kurzfristig erstmal leichter und subjektiv erträglicher machen. Leider birgt dieser Weg der Problemlösung viele gesundheitliche, berufliche, familiäre und rechtliche Nachteile“, warnt Aehnlich. Wenn man bessere Wege erproben will, kann man mithilfe der Suchttherapeuten und Therapeutinnen der Caritas die Ursachen angehen und gemeinsam tragfähige und langfristig befriedigendere Alternativen erarbeiten.
Gerd Aehnlich: „Nur wer sich die Mühe macht seine Konsummotive zu überdenken und neue Kompetenzen zu erwerben, wird auch den Gutachter in einer MPU überzeugen und seine Fahrerlaubnis von der Führerscheinstelle zurückerhalten.“
Die MPU, oft geschmäht und als „Idiotentest“ bezeichnet, ist ein wichtiger Baustein im Bemühen um eine Absenkung der Verkehrstoten. Ein anderer Baustein ist hier die Caritas mit ihrer psychosozialen Suchtberatungsstelle, wo ein amtlich anerkannter Verkehrspsychologe und Suchttherapeuten und Therapeutinnen in vertrauensvoller Atmosphäre Betroffenen zur Seite stehen und sie Schritt für Schritt auf einem suchtfreien Lebensweg  begleiten und nicht zuletzt damit auch dem Führerschein wieder näher bringen.
Ivonne T. hatte durch den Konsum von Rauschmittel weder die Aufmerksamkeit ihrer Familie noch ihrer Kolleginnen erregt und war allseits beliebt. Jedoch wurde ihr nach Führerscheinverlust durch Trunkenheitsfahrt vom Arbeitgeber gekündigt. Um den Frust zu verdrängen hatte sich ihr Konsum erstmal gesteigert. Als sie sich auf eine  MPU vorbereiten musste und zur Caritas kam, wurde ihr in den Gesprächen klar, dass sie nicht, wie sie es lange Zeit glaubte, nur ein Problem mit dem Führerschein hatte. Das Problem saß tiefer. Immer wollte sie es allen recht machen, wollte gefällig sein und konnte schlecht „nein“ sagen. Weil sie nicht gelernt hatte, gut für sich zu sorgen, kam sie selbst oft zu kurz. Ihren Frust begann sie dann mit Rauschmitteln auszugleichen. Dieser Mangel an gesundem Egoismus war ihr bereits im Elternhaus anerzogen worden. Schon früh musste sie auf die Geschwister aufpasse und eigene Wünsche und Interessen hintanstellen. Zwar ist häusliche Mithilfe nicht per se schädlich, doch Ivonne T. bekam nur dann Anerkennung und Zuwendung, wenn sie funktionierte. Die Familienregel, „Wenn Du nicht brav bist, hat Dich die Mama nicht mehr lieb“, saß tief und hatte ihr Leben bestimmt. Nach den Besuchen bei der Caritas geht es ihr jetzt besser. Ivonne T. konnte genügend Selbstvertrauen entwickelt, um ihre Wünsche auszusprechen und sich ohne schlechtes Gewissen Dinge zu gönnen. Heute achtet sie mehr auf ihre Gefühle und entscheidet nach ihren Bedürfnissen und nicht mehr nach den Erwartungen anderer. Jetzt ist sie zufriedener mit sich und der Welt. Rauschmittelkonsum wäre heute eher ein Störfaktor ihrer Freizeit und würde sie behindern, ihren neuen Hobbys nachzugehen. Mit diesem befriedigenderen Lebensstil, den sie nicht mehr aufgeben will, konnte Ivonne T. auch den Gutachter überzeugen.

 

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Donnerstag, 18. Januar 2018

    

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